KURZKONZEPT

Das Besondere der Schule im Überblick

 

Lernen im echten Leben - das ganze Dorf Teil der Schule

Die Kinder finden eine Fülle von Lernimpulsen im ganzen Dorf durch ein reichhaltiges Angebot verschiedenster Lernorte.

Offener Unterricht

Die Kinder entscheiden selber, was sie wann mit wem, wie und wie oft tun möchten.

Morgenkreis, Abschlusskreis und Schulversammlung sind der Rahmen, innerhalb dessen die SchülerInnen ihr Lernen selbstbestimmt gestalten.

Jahrgangsübergreifendes Lernen in den Klassenstufen 1-10 

Alle Kinder finden sich unabhängig vom Alter im Spiel, in Forschergruppen, Arbeitsgemeinschaften, Kursen, Projekten und anderen Lernformen zusammen. 

Demokratische Prinzipien – wer betroffen ist entscheidet mit oder wer die Wahl hat trägt auch Verantwortung

Die Schulgemeinschaft (SchülerInnnen, LernbegleiterInnen) bespricht in verschiedenen Gremien und Kreisen Organisatorisches, Probleme, Konflikte, Anliegen und fällt alle Entscheidungen demokratisch im Konsens.

Transparenz

Alle Schüler haben Einblick in ihre persönliche Akte, in die Einnahmen und Ausgabensituation, in alle organisatorischen Dinge etc.

Lernen für nachhaltige Entwicklung

Durch die Vernetzung der Schule mit dem Dorfleben sind die Kinder tagtäglich damit konfrontiert, was es bedeutet, nachhaltig zu handeln.

Keine Bewertung durch Noten

Eine Bewertung in Form von Noten gibt es an unserer Schule nicht. Stattdessen erhalten die Kinder von den LernbegleiterInnen Rückmeldungen in laufenden Gesprächen, welche die persönliche Entwicklung und den aktuellen Entwicklungsstand festhalten.

 

Kurzkonzept detaillierter

Pädagogische Grundannahmen und Ziele

Unsere Schule möchte Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg der Potentialentfaltung begleiten und mündige, authentische, zukunftsfähige und für sich und ihre Mitwelt verantwortliche junge BürgerInnen hervorbringen.

Unsere pädagogische Grundhaltung geht „vom Kinde aus“. Nicht die Vermittlung von Lernstoff und wie der am besten von den Kindern aufgenommen wird, ist unsere Leitfrage, sondern wie ein Umfeld beschaffen sein muss, damit ein Kind seine kreativen Potentiale entfalten, sich Wissen und Können aneignet und zu einer eigenständigen, sozial kompetenten und verantwortungsbewussten Persönlichkeit heranreift. Lernen ist eine Eigenaktivität des Menschen. Das Prinzip der Selbsttätigkeit ist grundlegend für das Lernen in unserer Schule. Lehren durch Erwachsene wird durch ein vom jungen Menschen selbst gesteuertes Lernen ersetzt. Die Aufgabe der Erwachsenen ist, „vom Kinde her“ zu denken und zu handeln und seine Selbstverantwortung für sein Lernen zu stärken. Basis dafür ist die grundlegende Akzeptanz des Rechtes eines Kindes auf Persönlichkeit und Souveränität.

Lernen heißt entdecken, aktiv handelnd die Welt verstehen. Es geschieht in der Auseinandersetzung mit der Mitwelt. Aufgabe der Erwachsenen ist, durch eine vorbereitete, entspannte Umgebung eine Vielfalt von Lernerfahrungen zu ermöglichen und durch das Vorleben von Haltungen und Werten Kindern und Jugendlichen eine Orientierung zu geben.

Lernen braucht emotionale Sicherheit und verlässliche soziale Bindungen. Aufgabe der Erwachsenen ist es, Kindern ein verlässliches Beziehungsfeld zu gewährleisten, in dem die Menschen einander wichtig sind. Kinder und Jugendliche werden akzeptiert mit ihren eigenen Lerninteressen, ihrem eigenen Lerntempo, ihrem eigenen Lernstil, kurz: in ihrem eigenen Leben und dessen Entfaltungsprozessen. So eignen sich junge Menschen in der selbstgesteuerten Auseinandersetzung mit ihrer Mitwelt nicht nur Kulturtechniken, intellektuelles Verständnis, soziale und kommunikative Fähigkeiten an, sondern entwickeln und vertiefen möglicherweise auch Interessen und Fertigkeiten, die in üblichen Schulen nicht vermittelt werden.


Das Schulkonzept konkret

Anders lernen...

Bedingung für anderes Lernen

Offener Unterricht in sorgfältig vorbereiteter, mit Materialien aller Art angereicherten, liebevollen, entspannten und geschützten Umgebung

Warum anders lernen?

Kinder und Jugendliche sind heute in nahezu allen Lebensbereichen anderen Anforderungen gegenübergestellt als noch vor 20 Jahren.

Auf der rationalen Ebene sind Kinder und Jugendliche mit dem Phänomen konfrontiert, dass das Wissen, welches sie in Zukunft benötigen werden, heute zu einem wesentlichen Teil noch nicht bekannt ist. Allein diese Tatsache begründet das Schlagwort „lebenslanges Lernen“.

Auf der emotionalen Ebene werden hohe Anforderungen an die Kinder und Jugendlichen  gestellt. Es wird davon ausgegangen, dass die zukünftigen Berufsbiographien nicht kontinuierlich verlaufen. Ebenso wird geographische Flexibilität erwartet.

Mehr denn je wird in Zukunft erwartet, dass Menschen über Fähigkeiten wie „Arbeiten im Team“ und „Denken in Zusammenhängen“ verfügen. Eigenverantwortliches Handeln ist ein entscheidendes zukünftiges Qualifikationsmerkmal.

Sogenannte Schlüsselqualifikationen ( z.B. Kreativität, Toleranz, Achtsamkeit, Friedfertigkeit, Selbsterkenntnis, Solidarität, Zivilcourage, Freiheitsfähigkeit, Verantwortungs- und Kommunikationsfähigkeit, Mitweltbewusstsein) gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Wenn wir davon ausgehen, dass 80 Prozent des zukünftigen Wissens heute noch nicht vorhanden ist, dann erschüttert diese Tatsache das „Primat des Kognitiven“ in der Schule. Es kann also nicht mehr vorrangig darum gehen, ein genau vorherbestimmtes Wissen zu erwerben, sondern die Fähigkeit zu erlangen, sich das Wissen verfügbar zu machen, das in der jeweiligen Situation benötigt wird.

Das kann nur gelingen, wenn Lernen

  • selbstbestimmt erfolgt
  • prozesshaft ist
  • sich an den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen orientiert
  • aktuell ist

Die von den zukünftigen Erwachsenen erwartete hohe Flexibilität führt nur dann nicht zu großen Unsicherheiten, wenn den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet wird, eine starke Identität auszubilden. 

Was lernen?

Im Hinblick darauf, dass wir die Schülerinnen und Schüler in den Vorbereitungen auf die entsprechenden Abschlüsse unterstützen und begleiten, findet sich der Fächerkanon der weiterführenden Schule in unserer Arbeit wieder.

Folgendes sind die Lernbereiche der Freien Schule Schönsee:

  • Mathematischer Bereich
  • Sprachlicher Bereich (Deutsch und Fremdsprachen)
  • Naturwissenschaftlicher Bereich (Biologie, Chemie, Physik)
  • Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich (Erdkunde, Geschichte, Politik und Wirtschaft)
  • Ethik, Philosophie
  • Arbeitslehre/ Informationstechnischer Bereich
  • Ästhetisch-musischer Bereich (Kunst, Musik, darstellendes Spiel etc.)
  • Bereich Bewegung, Sport und Spiel 

Zu jedem dieser Bereiche werden vielfältige Materialien bereitgestellt, und je nach Bedarf finden Angebote, Kurse oder Projekte statt .

Den SchülerInnen werden die für die Prüfungen erforderlichen Lerninhalte von Anfang an in dem Maße, in dem es zu ihrem jeweiligen Entwicklungsweg passt, dargestellt. In Begleitung der in der Schule tätigen Erwachsenen können die Inhalte selbsttätig – allein, in der Gruppe, mit didaktischem Material, in Kursen, bei Praktika etc. – erarbeitet werden.

Durch die Dokumentationen, die die Erwachsenen und SchülerInnen erstellen , sind die erlernten Inhalte sichtbar und transparent. Dadurch können Lerninhalte, die für den Erhalt des jeweiligen Abschlusses notwendig sind, mit dem bereits „Erarbeiteten“ verglichen werden und fehlende Bereiche durch die Nutzung der verschiedenen Lernangebote differenziert bearbeitet werden.

Wie lernen?

Es gibt das Arbeiten mit didaktischem Material:

a) Strukturiertes Material (z.T. Montessori) um Kulturtechniken eigenständig zu erarbeiten  ( Lesen , Schreiben , Mathematik , Sinneswahrnehmung ,Erdkunde etc.) mit eingebauter Selbstkontrolle

b) Unstrukturiertes Material (Wasser , Sand , leere Schachteln, Farben , Holz , Verkleidungen ,Schnüre…), Bewegungsmaterialien , Außenraum mit Tobe -, Kletter – und Baumöglichkeiten

c) Bücher, Lernangebote, Kurse, Projekte, Praktika, Exkursionen

Die Auswahl der Materialien richtet sich nach den Vorgaben für den Lehrplan für bayerische Schulen.

 

Lernformen des offenen Unterrichts:

Es gibt keine Fächer, keine Fachstunden, keine vorgegebenen Fachinhalte oder Lernformen. Die Kinder entscheiden selber, was sie wann mit wem, wie und wie oft tun möchten. Im täglichen optionalen Morgenkreis besprechen sie, was sie an dem Tag vorhaben, in den Abschlusskreisen können sie ihre (Lern-) Erfahrungen reflektieren und so bewusst integrieren. Wenn sie sich außerhalb der Schulräume aufhalten, informieren sie die Lernbegleiter. Je nach Situation geht ein Lernbegleiter mit oder ist zeitweise dabei.

Das Lernen allein findet vor allem in der Auseinandersetzung mit dem didaktischen Material, beim Spiel, beim Arbeiten in der Werkstatt oder beim Experimentieren statt und setzt ein selbstständiges Vorgehen voraus.

Jahrgangsübergreifendes Lernen in den Klassenstufen 1-10

Alle Kinder von 6 – 16 teilen sich alle Lernräume. Je nach ihrem Lernvorhaben finden sie sich unabhängig vom Alter im Spiel, in Forschergruppen, Arbeitsgemeinschaften, Kursen, Projekten und anderen Lernformen zusammen. Auf ganz natürliche Weise kommen unterschiedliche Bedürfnisse, Lernstände und Potentiale zum Tragen. Soziales Lernen wird so gefördert und es kommt zur gegenseitigen Bereicherung, da das Lernthema von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet wird.

Das Lernen von anderen vollzieht sich zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich in entsprechenden Bereichen bereits mehr Wissen oder Fertigkeiten angeeignet haben.


Lernen im echten Leben - das ganze Dorf ist die Schule

Die Kinder finden nicht nur in den eigentlichen Schulräumen eine Fülle von Lernimpulsen, sondern im ganzen Dorf ein reichhaltiges Angebot verschiedenster Lernorte. Wir planen eine Landwirtschaft, Gemeinschaftsküche, Dorfladen, Handwerksbetriebe, Künstlerateliers, Musiker, IT-Betriebe, Verwaltung, Seminarbetrieb, Hotel und Restaurant, haben Erwachsene mit unterschiedlichsten Berufen und organisieren uns mit demokratischen Konsensverfahren. All dies steht den Kindern und Jugendlichen der Schule als dezentrale Lernorte zur Verfügung. Dies erlaubt ihnen, im Kontext realer Fragestellungen zu lernen. Sie lösen konkrete Aufgaben, die von Bedeutung für sie und andere sind. Dabei lernen sie, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere zu beachten und ihre Mitwelt selbst mitzugestalten. Intellektuelles, praktisches, soziales und emotionales Lernen gehen Hand in Hand. Durch die lokale und internationale Vernetzung und die Offenheit der Gemeinschaft Nature Community eG für Besucher aus aller Welt, erleben die Kinder auf natürliche Weise ein interkulturelles Umfeld, kommen mit unterschiedlichen Sprachen in Kontakt und erleben die Welt als globales Netz.


Demokratische Prinzipien – wer betroffen ist entscheidet mit oder wer die Wahl hat trägt auch Verantwortung 

Offene Lernformen erfordern sowohl freie Entscheidungen als auch Kooperationsfähigkeit. Elemente sozialer Entwicklung und demokratischen Lernens sind kommunikative Fähigkeiten und erfordern einen konstruktiven Umgang mit Konflikten. Dafür bietet die Schule mit den Kreisen (Morgenkreis, Abschlusskreis, weitere einberufene Kreise), der wöchentlichen Schulversammlung, dem Konsensverfahren bei Entscheidungen, der gemeinschaftlichen Regelfindung und der Begleitung beim Lösen persönlicher Konflikte viel Übungsraum. Basis hierfür wird die Gewaltfreie Kommunikation (M.Rosenberg) sein, die von allen LernbegleiterInnen praktiziert wird. 

Die Schulversammlung ist das höchste zentrale Entscheidungsgremium. Hier bespricht die Schulgemeinschaft (SchülerInnnen, LernbegleiterInnen) Organisatorisches, Probleme und Anliegen werden eingebracht, gemeinsam Lösungen gefunden, Regeln und Pläne für die Zukunft entwickelt und über Ausgaben entschieden.

Transparenz

Alle Schüler haben Einblick in ihre persönliche Akte, in die Einnahmen und Ausgabensituation, in alle organisatorischen Dinge etc. Durch diese Transparenz und ihre Beteiligung an allen Entscheidungen und Entwicklungen der Schule entwickeln die Kinder soziale Kompetenz und eine hohe (Eigen-)Verantwortung.

Lernen für nachhaltige Entwicklung

Durch die Vernetzung der Schule mit dem Dorfleben sind die Kinder tagtäglich damit konfrontiert, was es im Einzelnen bedeutet, nachhaltig zu handeln - im Sinne von ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortbar.

Keine Bewertung durch Noten

Die Leistung eines Kindes gründet sich unserer Meinung nach auf dessen natürlichem Forschungsdrang und der Motivation für sein selbstgewähltes Tun. Dies entzieht sich für uns einer Bewertung. Eine Beurteilung von Außen hieße, das Kind von seinem Selbstverständnis weg auf eine äußere Instanz hin auszurichten. Der innere Drang des Kindes zu forschen, könnte so möglicherweise überlagert werden vom Ringen um Lob und Anerkennung. Eine Bewertung in Form von Noten gibt es an unserer Schule nicht. Statt dessen erhalten die Kinder von den LernbegleiterInnen Rückmeldungen zu ihrer Arbeit während des Lerngeschehens. Anstelle von Beurteilungen werden laufend Gespräche zwischen Kindern und Erwachsenen stattfinden, welche die persönliche Entwicklung und den aktuellen Entwicklungsstand festhalten ohne zu werten. Auch Sammlungen von Arbeiten der Kinder, Portfolios, Projektbeschreibungen, Selbstkontrolle durch entsprechendes Lernmaterial geben den Kindern Rückmeldungen über ihre Entwicklung. Die LernbegleiterInnen führen regelmäßig Protokoll über Aktivitäten, Lernverhalten und Sozialverhalten der SchülerInnen. Daraus werden Kompetenzraster erstellt, welche die Grundlage für Jahresberichte und Elterngespräche bilden. Schulabschlüsse (Hauptschule, Werkrealschule) können die SchülerInnen durch eine Schulfremdenprüfung erwerben. Die LernbegleiterInnen unterstützen bei der Prüfungsvorbereitung.